Teuflische Jahre. - pardon

Erscheint im Oktober 2022

Herausgegeben von Gerhard Kromschröder
und Till Kaposty-Bliss

Teuflische Jahre. Pardon.

Die deutsche satirische Monatsschrift 1962-1982

21 x 30 cm, 208 Seiten, ca. 250 Abbildungen, Softcover mit Klappen.

ISBN 978-3-96849-068-7

25,00 €

– Satire aus erster Hand– alle Cover in einem Band

– Erinnerungen an das größte Satire-Magazin der Nachkriegsgeschichte

– Ein Blick hinter die Kulissen: „pardon“ in Text und Bild

– Ausstellung im Caricatura-Museum Frankfurt / Main ab 16. Oktober 2022


Bereits die erste Ausgabe von „pardon“ 1962 wurde von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt, viele weitere folgten. Nichtsdestotrotz oder genau deshalb: »pardon« wurde mit 1,5 Millionen Lesern zeitweise zur größten Satirezeitschrift Europas und brachte Farbe in die „verkrusteten Verhältnisse“ der Adenauer-Ära getreu dem Motto der Gründer und Verleger Hans A. Nikel und Erich Bärmeier: »Mehr Sauerstoff ins Gehirn«
Die Liste der Autor:innen und Zeichner:innen liest sich wie ein who´s who der Nachkriegsgeschichte: Es publizierten und zeichneten Erich Kästner und Loriot (der auch das erste Titelblatt gestaltete), Robert Gernhardt, F.K. Waechter (der auch das Logo, den berühmten Teufel, entwarf), F.W. Bernstein, Kurt Halbritter, Hans Traxler, Volker Ernsting, Chlodwig Poth, Erich Rauschenbach, Hermann Matthes, Arno Ploog, Tom Bunk, Volker Reiche und viele andere. »Werner« von Brösel wurde hier erstmals veröffentlicht, später kamen unter anderem Elke Heidenreich, Peter Härtling und Robert Jungk als Autor:innen und Kolumnist:innen zu »pardon«. 1980 endete die »Ära Nikel« und »pardon« erschien in Lizenz bis Mai 1982 in Hamburg unter der Chefredaktion von Henning Venske. Viele ehemalige »pardon«-Redakteure und -Mitarbeiter gründeten 1979 die »Titanic«.

Mit einem Vorwort von Gerhard Kromschröder und Texten von Alice Schwarzer, Günter Walraff, Elsemarie Maletzke, Herbert Feuerstein, Gerhard Seyfried, Henning Venske, Robert Kuhn, Chlodwig Poth, Peter Knorr, Paul Taussig, Otto Waalkes, Hannes Wader, Wilhelm Genanzino, Robert Gernhardt, Rainer Baginski, Ernst Volland, und Hans A. Nikel.

Warnung: Leser*innen werden darauf hingewiesen, dass dies eine Dokumentation mit Material aus dem 20. Jahrhundert ist. Dabei könnten nicht gendergerechte Texte sowie die gezeigten Abbildungen verstörende Wirkung haben.

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Mamillaria Carnea zucc_quadratisch.jpg
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Die Herausgeber:

GERHARD KROMSCHRöDER
Geboren 1941 in Frankfurt am Main, studierte dort Soziologie und Kunstgeschichte. Er war Lokalredakteur im Emsland und arbeitete von 1967 bis 1979 bei PARDON, zuletzt als stellvertretender Chefredakteur. Danach ging er als Reporter zum STERN nach Hamburg, wo er sich durch seine Undercover-Recherchen in der Neonazi-Szene und als Türke einen Namen machte; lebte als Nahost-Korrespondent des Blattes in Kairo und war Kriegsreporter in Bagdad. Er unterrichtete Journalismus an der Universität Wien und veröffentlichte zahlreiche Bücher und Fotobände. Zuletzt erschien sein gemeinsam mit Gerhard Henschel verfasstes Wandertagebuch „Märchen-wege: Auf den Spuren der Brüder Grimm durch den Vogelsberg und das Hessische Bergland”.

TILL KAPOSTY-BLISS
Geboren 1970 in Köln, ist Grafiker, Zeitschriften-Sammler, seit 2014 Verleger von DAS MAGAZIN und seit 2020 des Verlages BäRMEIER & NIKEL
(beide in Berlin), beschäftigt sich seit seinen Jugendtagen mit PARDON und dessen Kosmos. Was 1982 als Sperrmüllfund in der Kölner Vorstadt begann, mündet 40 Jahre später in der großen PARDON-Werkschau „Teuflische Jahre“, die er zusammen mit Gerhard Kromschröder für das Frankfurter CARICATURA MUSEUM kuratierte. In seiner Freizeit rettet er ab und an historische Laden-Schriftzüge vor der Verschrottung und ist Vorstandsmitglied des BUCHSTABENMUSEUMS im Berliner Hansaviertel.

Aus dem Vorwort von Gerhard Kromschröder:
PARDON eckte immer wieder an, wurde mit Prozessen überzogen, legte sich mit den meist klerikalen Sittenwächtern an, agitierte gegen die weitverbreitete Prüderie und bürgerliche Doppelmoral, was von Anfang an zu Verbotsanträgen, Zensurversuchen und Verkaufsbeschränkungen führte. Die Gesellschaft war offener geworden, die rigiden Moralvorstellungen der Altvorderen zerfielen, Freizügigkeit war angesagt. Diesem Trend folgend, setzte die Redaktion schließlich im Zuge der während der Studentenrevolte verbreiteten Forderung nach Befreiung von sexuellen Zwängen bei der Titelgestaltung provokativ auf das Thema Sex, was nicht immer elegant gelang.